Wohnungspolitik zur Bundestagswahl 2025: Die Konzepte der Parteien im Vergleich

CDU/CSU
Die Union setzt auf eine angebotsorientierte Wohnungspolitik und will insbesondere den Wohnungsbau ankurbeln. Geplante Maßnahmen umfassen die Reduzierung bürokratischer Hürden, eine Beschleunigung von Baugenehmigungen sowie Steuererleichterungen für Bauherren. Zusätzlich sollen finanzielle Anreize geschaffen werden, damit Kommunen schneller und effizienter Bauland ausweisen. Ein weiteres Ziel ist die Förderung des Wohneigentums durch steuerliche Begünstigungen und staatlich geförderte Baukredite. Die CDU/CSU will außerdem die Grunderwerbsteuer für Ersterwerber senken, um den Erwerb von Wohneigentum für Familien erschwinglicher zu machen.
Die Mietpreisbremse lehnt die CDU/CSU ab, stattdessen setzt sie auf Anreize für private Investoren, um das Wohnungsangebot zu vergrößern. Auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit privaten Wohnungsbauunternehmen wird angestrebt, um mehr Wohnraum zu schaffen.
SPD
Die Sozialdemokraten verfolgen eine mieterfreundliche Politik mit einem Fokus auf Regulierung und sozialem Wohnungsbau. Geplant sind unter anderem ein Mietenstopp in angespannten Wohnlagen für sechs Jahre, eine Ausweitung des kommunalen Vorkaufsrechts sowie der Bau von mindestens 100.000 neuen Sozialwohnungen pro Jahr. Die SPD will zudem gemeinnützige Wohnungsunternehmen stärker fördern und öffentliche Grundstücke bevorzugt an solche Akteure vergeben. Ein weiteres Ziel ist die Einführung eines bundesweiten Mietendeckels.
Zusätzlich plant die SPD, eine Reform des Wohngeldes durchzuführen, um mehr Menschen mit geringem Einkommen zu entlasten. Auch eine stärkere Förderung von Genossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen steht auf der Agenda.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen setzen auf eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik. Sie wollen die Spekulation mit Immobilien eindämmen, indem sie neue Bodennutzungsmodelle fördern. Geplant ist die Einrichtung eines bundesweiten Bodenfonds, über den Kommunen strategisch Grundstücke erwerben können, um sie für sozialen Wohnungsbau bereitzustellen.
Außerdem soll die "Neue Wohngemeinnützigkeit" eingeführt werden, um nicht-profitorientierte Wohnungsunternehmen steuerlich zu begünstigen. Ein weiteres Ziel ist die energetische Sanierung von Altbauten, um den Klimaschutz mit sozialen Aspekten zu verbinden. Zudem setzen die Grünen auf eine Förderung nachhaltiger und klimagerechter Bauweisen.
Die Linke
Die Linke fordert eine radikale Mietpreiskontrolle. Neben einem generellen Mietenstopp soll es ein Verbot der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen geben. Zudem fordert die Partei eine massive Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus.
Ein weiteres Kernanliegen ist die Enteignung von großen Wohnungskonzernen, um Wohnungen dauerhaft in die öffentliche Hand zu überführen. Auch sollen Bodenwertsteigerungen nicht mehr privaten Investoren zugutekommen, sondern durch eine neue Bodenwertsteuer abgeschöpft werden.
Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)
Das BSW setzt auf staatliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt. Vorgesehen sind eine strikte Regulierung der Bodenpreise und ein großes Investitionsprogramm für den gemeinnützigen Wohnungsbau. Auch soll das kommunale Vorkaufsrecht gestärkt und die Spekulation mit Immobilien durch höhere Besteuerung unattraktiver gemacht werden.
Zudem fordert das BSW, dass staatliche Förderungen vorrangig an nicht-kommerzielle Bauträger vergeben werden. Darüber hinaus setzt sich das BSW für eine stärkere Regulierung von Ferienwohnungen und leerstehenden Immobilien ein.
FDP
Die Freien Demokraten verfolgen einen marktorientierten Ansatz und lehnen staatliche Eingriffe wie Mietendeckel oder Vorkaufsrechte ab. Ihr Fokus liegt auf der Schaffung von Anreizen für private Investoren, um den Wohnungsbau zu beschleunigen.
Geplant sind steuerliche Vergünstigungen für Bauherren, eine Flexibilisierung von Bauvorschriften und die schnellere Bereitstellung von Bauland. Zusätzlich schlägt die Partei eine Digitalisierungsstrategie für den Wohnungsmarkt vor, um Baugenehmigungen schneller zu erteilen und Planungsverfahren effizienter zu gestalten.
Freie Wähler
Die Freien Wähler setzen sich besonders für die Förderung des ländlichen Raums ein, um den Druck auf die Städte zu verringern. Geplant ist eine verstärkte Förderung von Eigenheimen, insbesondere für junge Familien. Auch soll der soziale Wohnungsbau ausgeweitet werden, jedoch mit einem Fokus auf ländliche Regionen, um diese attraktiver zu machen.
Zudem fordert die Partei weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren für Bauprojekte. Ein weiterer Vorschlag der Freien Wähler ist ein staatliches Förderprogramm für den Erwerb von Bestandsimmobilien durch Familien, um Leerstand in kleineren Gemeinden zu reduzieren.
Fazit
Die Parteien verfolgen sehr unterschiedliche Ansätze zur Lösung der Wohnungsproblematik. Während CDU/CSU und FDP auf eine Angebotssteigerung durch Deregulierung setzen, favorisieren SPD, Grüne, Linke und BSW stärkere staatliche Eingriffe und sozialen Wohnungsbau. Die AfD betont die Begrenzung der Zuwanderung als Hauptansatz zur Entlastung des Wohnungsmarktes. Die Freien Wähler setzen hingegen auf eine Stärkung ländlicher Räume und den Abbau bürokratischer Hürden im Wohnungsbau.
Weitere Parteien und ihre Positionen zur Wohnungspolitik
Bündnis Deutschland
Bündnis Deutschland setzt auf eine marktwirtschaftliche Lösung der Wohnungsfrage. Geplante Maßnahmen umfassen den Abbau von Bauvorschriften, steuerliche Anreize für Investoren und eine stärkere Förderung von privatem Wohneigentum. Mietpreisregulierungen werden abgelehnt, stattdessen sollen mehr Wohnungen durch Bauoffensiven entstehen.
Bayernpartei (BP)
Die Bayernpartei fordert eine stärkere Eigenständigkeit Bayerns in der Wohnungspolitik. Der Fokus liegt auf der Förderung von Wohneigentum für Einheimische sowie einer dezentralen Bauplanung, die die ländlichen Regionen stärkt. Zudem spricht sich die BP für eine Begrenzung von Spekulationen mit Immobilien aus.
Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)
Die MLPD fordert einen radikalen Kurswechsel in der Wohnungspolitik. Sie setzt sich für eine Enteignung großer Immobilienkonzerne und eine umfassende staatliche Kontrolle des Wohnungsmarktes ein. Wohnraum soll als öffentliches Gut betrachtet werden und durch staatliche Wohnungsbauprogramme allen Menschen zugänglich gemacht werden.
Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)
Die BüSo betrachtet die Wohnungskrise als Teil eines umfassenderen wirtschaftlichen Problems. Sie fordert eine verstärkte staatliche Förderung von Infrastrukturprojekten, einschließlich öffentlicher Wohnungsbauprogramme, sowie eine gezielte Kreditpolitik zur Unterstützung von Wohnprojekten.
Partei der Humanisten (PdH)
Die Partei der Humanisten setzt auf eine wissenschaftlich fundierte Wohnungspolitik. Sie spricht sich für eine verstärkte Digitalisierung und Beschleunigung von Bauverfahren aus, um mehr Wohnraum zu schaffen. Zudem sollen nachhaltige Baukonzepte gefördert werden, die ökologische und soziale Aspekte vereinen.
Basisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis)
dieBasis fordert eine stärkere Einbindung der Bürger in die Wohnungspolitik durch basisdemokratische Entscheidungsprozesse. Sie setzt auf genossenschaftliche Wohnprojekte und eine Förderung von alternativen Wohnformen wie Tiny Houses oder gemeinschaftlichem Wohnen.
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer
Team Todenhöfer fordert einen gerechten Zugang zu Wohnraum und setzt sich für eine staatliche Mietpreisbremse sowie eine stärkere Regulierung von Spekulationen auf dem Immobilienmarkt ein. Zudem sollen Kommunen finanziell unterstützt werden, um den sozialen Wohnungsbau zu stärken.
Menschliche Welt
Menschliche Welt betrachtet Wohnraum als grundlegendes Menschenrecht. Sie fordert ein Verbot von Leerstand, die Förderung von genossenschaftlichen Wohnmodellen sowie eine staatliche Kontrolle über Mietpreise in Ballungsräumen.
Bündnis C – Christen für Deutschland
Bündnis C setzt sich für eine christlich geprägte Wohnungspolitik ein. Der Fokus liegt auf der Förderung von Familien beim Erwerb von Wohneigentum sowie auf einem gezielten Ausbau von sozialem Wohnraum durch gemeinnützige Organisationen.
Unabhängige für bürgernahe Demokratie
Diese Partei setzt auf eine dezentrale Wohnungspolitik mit mehr Bürgerbeteiligung. Kommunen sollen mehr Entscheidungsfreiheit erhalten, um den Wohnungsmarkt lokal zu steuern. Zudem fordert sie eine stärkere Förderung von Wohnungsgenossenschaften.
Die PARTEI
Die Satirepartei „Die PARTEI“ fordert unter anderem eine „Mauer um Berlin, um die Mietpreise zu senken“. Ihre Vorschläge zur Wohnungspolitik sind meist humoristisch und satirisch gemeint, nehmen aber oft reale Missstände aufs Korn.
Freie Sachsen
Die Freien Sachsen setzen auf eine Stärkung des ländlichen Raums, um die Wohnungsprobleme in Städten zu entschärfen. Zudem fordert die Partei eine Bevorzugung von Einheimischen bei der Wohnraumvergabe.
Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei)
Die Tierschutzpartei fordert nachhaltiges Bauen und eine strenge Begrenzung von Flächenversiegelung. Zudem setzt sie sich für die Förderung von ökologischen Bauprojekten und nachhaltigem sozialen Wohnungsbau ein.
Volt Deutschland
Volt fordert eine europaweite Harmonisierung der Wohnungspolitik. Sie setzt auf innovative Wohnkonzepte, mehr soziale Durchmischung in Wohnquartieren sowie eine stärkere Förderung von Wohnungsgenossenschaften und gemeinnützigen Bauträgern.
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
Die ÖDP fordert eine ökologische Wohnungspolitik. Dazu gehören nachhaltiges Bauen, Förderung von energieeffizienten Wohngebäuden und eine Begrenzung des Flächenverbrauchs. Zudem setzt sich die Partei für eine staatliche Kontrolle über Spekulationen mit Wohnraum ein.
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